Die Dr. Ernst-Günther Bröder Stiftung unterstützt Jojoba für Afrika mit einem Beitrag von Fr. 5'000 zum Ausbau der Infrastruktur in den Regionalzentren des Projekts im Norden Namibias. Dank den beiden regionalen Ernte- und Ausbildungszentren in Sivara und Etomba in der Okavangoregion an der Grenze zu Angola profitieren mehr als 1'500 Frauen und deren Familien vom Projekt. In den beiden Regionen sammeln die Frauen wildwachsende Marula- und Mongongosaat, welche die Teams in den Zentren zu hochwertigen Ölen für den Export und anderen, lokal vertriebenen Produkten (s. Beitrag «Mongongo») weiterverarbeiten. Als nächster Ausbauschritt steht die Versorgung der Lokalbevölkerung mit sauberem Trinkwasser und der Einsatz von grüner Energie im Vordergrund. Geplant ist zunächst die Sicherung der Trinkwasserversorgung in Sivara. Der Beitrag der Bröder-Stiftung fliesst vornehmlich in diese Massnahme. Später sollen sowohl in Sivara als auch Etomba Solaranlagen errichtet werden, welche die Zentren unabhängig von der staatlichen Stromversorgung machen. Dadurch sparen die Zentren nicht nur Kosten, sondern tragen auch zum Klimaschutz bei, da der aus Südafrika importierte Strom hauptsächlich in klimaschädlichen Kohlekraftwerken erzeugt wird. Die Finanzierung der Solaranlagen ist derzeit noch nicht gesichert.
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Ende des letzten Jahres haben unsere Mitglieder in einem Sondereffort die Anschaffung des «Konzentrators» für das Regionalzentrum in Sivara ermöglicht. Mit dieser Maschine lässt sich aus dem Presskuchen des Mongongoöls Protein gewinnen, das für die Ernährungssicherheit in der Region von grosser Bedeutung ist. Proteinmangel ist am Okavango vor allem bei Kindern ein grosses Problem und die Ursache vieler Krankheiten. In einem ersten Schritt wird das Sivara-Team ein proteinhaltiges Gebäck herstellen, das an die über 300 Kinder an der Schule von Sivara verteilt werden soll. Die Herstellerfirma in Deutschland hat Ende 2022 die Maschine Richtung Namibia verschifft. Ende Februar ist sie in Walvisbay eingetroffen. Sie befindet sich nun im Projekt-Hauptquartier in Swakopmund, wo sie das Team um Oliver Rust auf Herz und Nieren testet. Bereits in den nächsten Wochen soll sie in Sivara in Betrieb genommen werden. Presskuchen - Proteinpulver -Granulat Höherer Proteingehalt als Soja
Bei den Tests ist es überdies gelungen, auch aus den Presskuchen der anderen Öle (Marula, !Nara, Kalahari Melon) Proteinpulver zu gewinnen. Die wissenschaftlichen Analysen ergaben, dass bei allen Saaten die Proteinwerte durchwegs höher sind als zum Beispiel bei Soja. Damit könnte dieses Pilotprojekt wegweisenden Charakter haben, um nicht nur in Namibia, sondern auch in anderen Ländern des südlichen Afrikas die Unterernährung zu bekämpfen. Die Projektgebiete am Okavango Am 31. Januar endete die Anmeldefrist für die Mitgliederreise im November 2023 nach Namibia. Die Anmeldungen übertrafen die kühnsten Erwartungen: 15 Personen werden am 21. November in Windhoek zur zweiwöchigen Rundreise aufbrechen und die Projektgebiete im Norden und am Omdeldamm besuchen. Auch die touristischen Sehenswürdigkeiten dieses wunderschönen Landes werden nicht zu kurz kommen. Unter der Leitung von Oliver Rust, Gründer und Spiritus rector des Jojoba-Projekts, wird die Reisegruppe zunächst an den Okavango an der angolanischen Grenze aufbrechen. Als erstes steht der Besuch von Sivara auf dem Programm. In diesem Dorf befindet sich ein Erntezentrum des Projekts, wo vor allem Mongongo gesammelt und verarbeitet wird. Danach geht es weiter Richtung Westen nach Etomba zum Marula-Regionalzentrum. Über den Etosha-Nationalpark mit seiner spektakulären Fauna führt die Reise ins Damaraland, wo es die Felsmalereien und -gravuren des UNESCO-Weltkulturerbes von Twyfelfontein zu bestaunen gibt. Zum Abschluss der Tour wird die Gruppe die Jojoba-Pflanzungen am Omdeldamm besuchen. Abgeschlossen wird die Mitgliederreise am 4. Dezember in Swakopmund, wo das Projekt seinen Hauptsitz hat. Etosha Nationalpark und spektakuläre Landschaften im Damaraland
Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen der EU und Namibia fand Ende Oktober in Windhoek das Forum des Economic Partnership Agreement (EPA) statt. Ziel der neuen Partnerschaft ist die Vertiefung und Erweiterung der Handelsbeziehungen zwischen Namibia und der EU. Als eines von nur zwölf Unternehmen konnte Namib Desert Jojoba die Produkte aus dem Projekt präsentieren. Oliver Rust überreichte dabei der Ministerin für Industrialisierung und Handel eine Michelle McLean Gesichtscrème. Vor dem Erntezentrum bieten die Frauen des Projektteams ihre Produkte an. Im regionalen Erntezentrum von Sivara an der angolanischen Grenze konnte das Projektteam Mitte Oktober die Infrastruktur für die Verarbeitung der lokal gesammelten Saat wesentlich erweitern. Neben der von Jojoba für Afrika finanzierten Hochleistungs-Hydraulikpresse wurden die eigens entwickelte Nussknackmaschine, sowie eine kleine Hammermühle installiert und in Betrieb genommen. Die Frauen aus dem lokalen Projektteam haben bereits erste Mongongo-Nüsse geknackt und gepresst. Der Presskuchen dient als Hühnerfutter, das gepresste Mongongoöl als Kochöl für die Lokalbevölkerung. Teure Importware kann so durch günstige lokale Produkte ersetzt werden – ein äusserst positiver Nebeneffekt des Projektes. Wenn es gelingt, die hohen Qualitätsstandards zu erreichen, werden die Frauen von Sivara bald auch die Kosmetiköle pressen. Damit könnte ein weiteres Projektziel - die Verlängerung der Wertschöpfungskette in die Wüstengebiete - erreicht werden. Die Nussknackmaschine erleichtert die Arbeit der Frauen Günstige Produkte für den lokalen Markt
Frauen aus Sivara mit Kalahari Melonen. Bald werden sie deren Kerne vor Ort weiterverarbeiten. Im Bestreben, die Wertschöpfungsketten in den Projektregionen auszubauen, wird das Projektteam in Sivara am Okavango-Fluss elektrisch betriebene Hydraulikpressen installieren. Damit werden die regionalen Projektpartner die eingesammelte und aufbereitete Saat selbständig weiterverarbeiten können. Dabei entstehen nicht nur die hochwertigen Basisöle für die Naturkosmetik, sondern insbesondere auch Mongongoöl für den regionalen Markt. Mit dem Krieg in der Ukraine ist nämlich der Preis für das importierte Sonnenblumenöl in für die Lokalbevölkerung unerschwingliche Höhen geklettert. Die Produktion von Speiseöl aus Mongongosaat lässt nicht nur eine längst verschwundene Tradition wieder aufleben, sondern sie ersetzt auch ein teures Importprodukt durch ein einheimisches, das überdies noch viel vitaminreicher ist. Der Verein Jojoba für Afrika unterstützt die Anschaffung und Installation der Hydraulikpressen mit einem Betrag von Fr. 7'000.
Links: Kristina aus Etomba zeigt, wie man Marulanüsse verarbeitet. Rechts (von links nach rechts): Lydia (Etomba), Elina (Sivara), Kristina, Victoria und Martha (Sivara) und Ester vom Omdeldamm im traditionellen Herero-Kleid. Im Juli trafen sich auf Wüstenquell und in Swakopmund Frauen von den drei Projektstandorten zu einem gemeinsamen Workshop mit Projektinitiant Oliver Rust. Alle Teilnehmerinnen nehmen an ihren Projektstandorten wichtige Führungsfunktionen ein. Neben der Vermittlung von Projektkenntnissen diente die Zusammenkunft vor allem dem gegenseitigen Kennenlernen und dem Informationsaustausch. Vier der teilnehmenden Frauen haben zum ersten Mal ihr Heimatdorf verlassen. Das Treffen war für alle Beteiligten ein eindrückliches Erlebnis. Da die Gruppe aus verschiedenen Ethnien stammt und gleichwohl einer Nation zugehörig ist, waren auch der kulturelle Austausch und zwischenmenschliche Kontakt von unschätzbarem Wert.
Jojoba-Stecklinge im Gewächshaus Modellhaus im Frühstadium des Aufbaus Das Gewächshaus, in dem die Jojoba-Stecklinge gezüchtet werden, stand bis anhin in Swakopmund. Nun ist es an den Omdeldamm umgezogen, wo sich auch die Pflanzungen befinden. Dadurch kann das Projekt Strom und Lieferwege einsparen. Ausserdem ist es am neuen Ort deutlich trockener, was sich positiv auf das Wachstum auswirkt, da die Stecklinge nicht so rasch schimmeln.
Die Projektmitarbeitenden am Omdeldamm haben mit dem Bau eines kleinen Familien-Modellhauses begonnen. Es besteht aus einem Hauptgebäude, einem kleinen Gewächshaus und einem Hühnerstall für den Eigenbedarf. Eine Spültoilette und Dusche gehören ebenfalls dazu. Die Mauern bestehen aus Zwiebelsäcken. Diese Bauweise ist kostengünstig und optimal an die Wüstenbedingungen angepasst, da die dicken Mauern für angenehme Temperaturen im Innern sorgen. Rosa Smit und Esther Katjohange Ende Februar 2022 in Zürich Ende Februar besuchte Oliver Rust mit seinen beiden Projektpartnerinnen Rosa Smit und Esther Katjohange die Schweiz. Neben Workshops unter anderem mit der Julius Bär Foundation stand auch eine Projekt-Präsentation vor Mitgliedern und Freunden des Unterstützungsvereins Jojoba für Afrika auf dem Programm. Im Rahmen eines ungezwungenen, gut besuchten Abend-Events berichteten Oliver und sein Team aus dem Projekt und stellten auch die neue Kosmetik-Produktelinie, bestehend aus einem Pflegeöl und einer Gesichtscrème, vor. Ein auf Naturkosmetik spezialisierter Auftragshersteller in Deutschland produziert die beiden Kosmetika, die ausschliesslich aus den zertifizierten Natur-Produkten des Projekts bestehen. Die namibische Miss Universe von 1992, Michelle Mc Lean, engagiert sich unentgeltlich für die Promotion der Produkte und den Markenaufbau. Bis Mitte Mai werden die Produkte am Markt erhältlich sein. Mitglieder des Vereins können diese – wie auch die beliebten Classic Range Naturöle (Mongongo, Marula, Kalahari Melon, !Nara, Jojoba) – direkt zu Vorzugsbedingungen beziehen.
Testfeld mit Wüstenbohnen Rosa, Enkelin und Team mit der Kalahari-Melon-Saat Mit einer neuen Art der biologischen Düngung experimentiert das Projektteam derzeit in den Jojoba-Pflanzungen am Omdeldamm. Direkt neben die kleinen Jojoba-Pflänzchen wird eine spezielle Art von Wüstenbohne eingepflanzt. Dadurch kommt Stickstoff in den Boden. Zudem steht den Projekt-Mitarbeitenden ein hochwertiges proteinhaltiges Nahrungsmittel zur Verfügung. Auf den im vergangenen Jahr überschwemmten Feldern pflanzten Rosa und ihre Mitarbeiter erfolgreich Kalahari-Melon an. Bereits konnten sie die erste Ernte einfahren und an Namib Desert Jojoba verkaufen. Diese wird das daraus gewonnene Öl nach Deutschland liefern. Eine weitere Diversifizierung erfolgt in Aloevera, das in der Namib-Wüste überraschend gut gedeiht. Bereits pflanzte das Projekt 700 Aloeverapflanzen an. Diese sollen für das Kosmetikprodukt verwendet werden, welches das Projekt derzeit entwickelt. Kalahari-Melon-Saat Neue Aloevera-Pflanzung am Omdeldamm
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